Premiere in der Kartoffelhalle

Weit ab vom Zentrum der Stadt ging am Samstag eine Preisverleihung über die Bühne. Christian Hirsch, der Leiter des Fanprojekts Kaiserslautern, und sein Team hatten die Preisträger und zahlreiche Gäste in die Kartoffelhalle geladen. An diesem abseits, am Ostrand von Kaiserslautern gelegenen Ort, der Ende der 70er-Jahren als Verhandlungssaal des Kleinen Baader-Meinhof-Prozesses zu einiger Berühmtheit gelangte, wurde der „Tribüne-ohne-Grenzen-Preis“ des Fanprojekts der Arbeiterwohlfahrt verliehen.

Der Preis werde zum ersten Mal vergeben, erzählte Hirsch und kündigte an, dass es nicht bei der Premiere bleiben soll. „Wir wollen die Preisverleihung jedes Jahr durchführen.“ Zu den Ausgezeichneten gehörten zwei Fanclubs des 1. FC Kaiserslautern, die Frenetic Youth und die Queer Devils, die für ihr soziales Engagement geehrt wurden.

Aber nicht nur für die Geehrten spielen der Fußball und die Roten Teufel eine wichtige Rolle − auch für das Fanprojekt-Team um Christian Hirsch. „Wir bewegen uns in der Lebenswelt der jungen Fußballfans, begleiten sie zu Heim- und Auswärtsspielen des 1. FCK“, beschreibt der 37 Jahre alte Diplom-Sozialarbeiter das Tätigkeitsfeld seines Teams, zu dem Stefan Michels, Michelle Zinßmeister und Florian Meyers gehören.

Natürlich ist der in Kaiserslautern geborene Teamleiter schon seit seiner Jugend Fan und auch Mitglied des 1. FCK und hat auch selbst eine Fußballvergangenheit. So war er für den FV Bruchmühlbach in der Abwehr und auch im Mittelfeld am Ball.

Er spricht also die Sprache seiner jungen Klientel, die er bei der Ausbildungs- und Jobsuche unterstützt. Hirsch und die anderen Streetworker des Fanprojekts leisten klassische Jugendsozialarbeit. Und so gehört es auch zu ihrem Aufgabenbereich, in Konfliktfällen die Vermittlerrolle zu übernehmen.

Dass der „Tribüne-ohne-Grenzen-Preis“ gleich im ersten Jahr solch eine große Resonanz gefunden hat, freut Christian Hirsch, der mit seinem Fanprojekt-Team ab kommendem März, bis dahin sollen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein, in der Kartoffelhalle eine Heimstatt finden wird.

Das Gebäude mit seiner wechselvollen Geschichte soll sich dann zu einem Zentrum für Fankultur entwickeln.

 

Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 21.11.2016

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